Full House bei cads Mitgliederversammlung in Berlin

Zur cads Mitgliederversammlung, die am 11. und 12. Dezember in Berlin stattgefunden hat, durfte der cads Vorsitzende Michael Tackenberg auch in diesem Jahr wieder rund 85 Teilnehmer begrüßen. Neben spannenden Vorträgen zu branchenrelevanten Themen nutzten die cads Mitglieder vor allem auch die Möglichkeit des persönlichen Austauschs. Auf großes Interesse stieß das Rahmenprogramm, das mit einer exklusiven Führung durch die Räumlichkeiten der BND Zentrale den Anfang machte, gefolgt von einem beeindruckenden Vortrag des renommierten Makro-Ökonoms und Buchautors Dr. Daniel Stelter. Der Finanzexperte sparte nicht mit Kritik an der deutschen Regierung. Laut Stelter unterliegen wir einer fortgesetzten Wohlstandsillusion. Mit klaren Fakten sezierte er die Fehler der deutschen Politik der letzten Jahre und enttarnte Begriffe wie „Exportweltmeister“ als Nebelkerzen einer Politik, die „unseren Wohlstand mindert, statt ihn zu mehren“. „Die ‚Schwarze Null‘ sei keine Leistung, sondern eine Lüge und große Dummheit, ist Stelter überzeugt.

Code of Conduct verabschiedet

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet. Nach den Regularien erhielten die cads Mitglieder fundierte Einblicke in die Arbeit und Ergebnisse der insgesamt neun Arbeitsgruppen, die im kommenden Jahr um eine weitere Arbeitsgruppe zum Thema „Recycling“ ergänzt wird. Die strengen, häufig die Mindestanforderungen übertreffenden cads Richtlinien sind nun in einen Code of Conduct gemündet, welcher von der Mitgliederversammlung einstimmig verabschiedet wurde. „Ich gebe zu, es war ein steiniger Weg, wir haben uns zerrauft, denn viele Interessen stoßen bei dem bunten Mix an cads Mitgliedern zwangsläufig aufeinander. Aber wir haben es geschafft. Wir haben einen gemeinsamen Nenner gefunden und einen Code of Conduct ins Leben gerufen. Darauf sind wir stolz,“ freut sich Michael Tackenberg.

Herausforderungen: Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Die Anforderungen an die Unternehmen der Branche steigen unaufhaltsam. Passend zum Code of Conduct ging es im anschließenden Vortrag von Katharina Hermann um menschenrechtliche Sorgfaltsprozesse, staatliche Schutzpflicht und unternehmerische Verantwortung. Die CSR-Expertin leitet seit 2017 den NAP Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung bei der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung. Neben individueller Beratung zeigte Hermann die Möglichkeiten des kostenfreien Online-Tools CSR-Risiko-Check, die Unterstützung bei der Gewinnung von Fördermitteln für Nachhaltigkeitsprojekte und verschiedene Formate eines Austauschs zwischen Unternehmen und Politik sowie mit der Zivilgesellschaft auf.

Wie kann man die Digitalisierung nutzen, um Fälschungen zu vermeiden und das Markenbewusstsein beim Endkunden zu steigern? Dieser Frage widmete sich der Beitrag von Frank Theeg. Unter dem Motto „Original und Fälschung“ zeigte der Digital-Experte innovative Verfahren auf, die es ermöglichen,Imitate von Originalen zu unterscheiden. Denkbar seien viele weitere digitale Services rund um den Schuh, z.B. passende Pflegemittel, so Theeg im Rahmen seiner Live-Demonstration.

Die cads Tagung wurde von lebhaften und kontroversen Diskussionen begleitet. Vor allem das Thema Nachhaltigkeit mit seinen unendlichen Facetten und Herausforderungen beschäftigt die cads Mitglieder. „Viele Unternehmen nutzen den Begriff leider nur fürs Marketing“, kritisierte Tackenberg. Am schlimmsten seien die Unternehmen, die „Green washing betreiben“ – also Nachhaltigkeit als Marketing-Instrument nutzen, vordergründig und augenscheinlich, aber ohne ihr Handeln mit Inhalt zu füllen. Den cads Mitgliedern gab der Vorsitzende folgenden Ratschlag mit auf den Weg: „Behalten Sie auch in Zukunft eines im Auge: Nachhaltiges Management behält den Blick auf die Ressourcen, aber es bleibt auch pragmatisch. Denn wenn es zum Schwur kommt, zählt für das Unternehmen immer noch eins: der wirtschaftliche Erfolg!“

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