Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die schnelle, kompetente und umfassende Information der Medien steht im Mittelpunkt unserer Pressearbeit. Ob Interview oder Stellungnahme, ob Fachfrage oder Hintergrundinformation - wir stehen Ihnen gern mit Expertenwissen zur Verfügung, damit Sie Ihre Arbeit schnell und zuverlässig erledigen können.

Wir freuen uns, Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen zu können.

 

News

cads nachhaltiges Pilotprojekt in der Ukraine

Das cads-Mitglied Ricosta hat 2016 in Kooperation mit dem Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit ein Pilotprojekt in der Ukraine durchgeführt. Wir haben mit dem Projekt verantwortlichen Jörg Ertl gesprochen, stv. Geschäftsführer (Nachhaltigkeitsmanager) bei Ricosta.

Nach der Wahl: Rückenwind für mehr Nachhaltigkeit bei Schuhen und Lederwaren?

Was bedeutet die Bundestagwahl vom 26. September für Nachhaltigkeit in der Schuh- und Lederwarenindustrie? Drei Fragen an den cads Vorsitzenden Michael Tackenberg über die Herausforderungen der nächsten Bundesregierung:

1. Die nächste Bundesregierung wird sich stark dem Thema Nachhaltigkeit widmen, wie könnte Rückenwind für die Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Schuh- und Lederwarenindustrie aussehen?

Beim Thema Rückenwind denke ich vor allem an das komplizierte Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Wir fordern eine klare, präzise und praxisgerechte Ausgestaltung dieses Gesetzes. Die Anforderungen sollten die besonderen Gegebenheiten unserer Branche berücksichtigen. Und nicht nur das. Wir hoffen, dass unsere Brancheninitiative cads endlich entsprechende Anerkennung erfahren wird. Wünschenswert wäre außerdem eine personelle und finanzielle Unterstützung dieser für die Branche so wichtigen Initiative. Was in jedem Fall vermieden werden muss, ist noch mehr Bürokratie!

2. Welche politische Entscheidung hat in den letzten Jahren in Hinblick auf Nachhaltigkeit in der Schuh- und Lederwarenindustrie am meisten bewirkt?

Nicht nur für unsere Branche ist eine mittel- bis langfristige Planungssicherheit von großer Bedeutung. Deshalb begrüßen wir die Festlegung langfristiger Klimaziele. Sie verleiht allen Branchenteilnehmern einen entsprechenden Planungshorizont. Das Gleiche gilt für die Prüfung und das Monitoring bestimmter Stoffe und Materialien. Die klare Gesetzgebung hilft den Unternehmen ihre Produktion nach diesen Anforderungen auszurichten.

3. Was würden Sie sich wünschen, was sollte jeder Politiker über die deutschen Schuh- und Lederwarenhersteller wissen?

Man kann gar nicht oft genug betonen, dass die deutschen Hersteller von Schuhen, Taschen und Koffern weltweit führend sind, was soziale Standards und Arbeitsbedingungen angeht. Die Politiker sollten darüber hinaus wissen, dass diese Unternehmen und ihre Produkte besonderen Wert auf die Vermeidung von Schadstoffen legen und nach strengeren Standards als den gesetzlich vorgeschriebenen produzieren. Auch in puncto Umweltschutz gehen die deutschen Hersteller seit Jahrzehnten mit bestem Beispiel voran. Bereits vor über zehn Jahren haben die Hersteller eine eigene Initiative mit dem Namen cads gegründet. Diese Initiative wird allein von den Unternehmen finanziell und personell getragen.

Mehr Fake als Fakten: Die SWR-Reportage „dreckiges Leder“ im Check

Nachhaltigkeit ist in der Berichterstattung über die internationalen Schuh- und Lederwarenherstellung ein wichtiges Thema. Immer wieder berichten Journalisten über schlimme Bilder aus Indien und anderen asiatischen Ländern und prangern die Produktionsbedingungen an. Doch sind es wirklich die deutschen Hersteller, die hier zu recht am Pranger stehen?

Tatsächlich sind es mittelständisch geprägten Unternehmen für Schuh- & Lederwaren aus Deutschland die weltweit vorangehen, wenn es um bessere Standards bei den Arbeitsbedingungen, den verwendeten Chemikalien und umweltfreundlichen Produktionsbedingungen geht. Im Verein cads haben sich 80 von Ihnen zusammengeschlossen, um ein Signal zu setzen, dass die viel gesendeten Bilder aus Indien nichts sind, mit dem wir uns abfinden können und wollen – vorausgesetzt, die Verbraucher ziehen mit.

Die cads-Mitglieder haben sich auf einen Code verpflichtet, der nicht nur Kinderarbeit untersagt, sondern auch den Einsatz gesundheitsgefährdender Chemikalien und Verfahren, aus denen Chrom VI entstehen kann.

Doch nichts davon taucht in der aktuellen Reportage von Christian Jentzsch vom 18.9. für den SWR auf. Wir haben seinen Beitrag mit dem reißerischen Titel „dreckiges Leder“ einem Check unterzogen:

Vorwurf: Die deutsche Schuhindustrie lässt unter dem Einsatz von Chrom-VI gegerbten und mit krebserregenden AZO-Farbstoffen behandeltem Leder produzieren.

Dieser pauschale Vorwurf ist falsch. Tatsächlich ist die Vermeidung von gefährlichen Substanzen ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von cads und seinen Mitgliedern.

Der cads-Leitfaden zur Lederherstellung dient als Richtschnur für eine Gerbung ohne, dass Chrom entsteht und stellt dieses Know-How Gerbern weltweit in fünf verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Gleiches gilt für das RSL-Verzeichnis eingeschränkt nutzbarer Substanzen, eine Checkliste für gefährliche Chemikalien.

Vorwurf: „Sollten Standards nicht auch für deutsche Hersteller gelten?“

Die Reportage suggeriert, dass die deutschen Hersteller sich keinen Standards in der Herstellung von Schuhen und Lederwaren unterwerfen würden. Dabei gilt für cads-Mitglieder das Gegenteil. Die von cads definierten Standards gehen teilweise sogar über die gesetzlich geforderten hinaus. Der umfangreiche Verhaltenskodex der Mitglieder umfasst neun Bereiche, die für die Unternehmen gelten:

  1. Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
  2. Erwerbstätigkeit, Verbot von Zwangsarbeit, Vertragssklaverei, Schuldknechtschaft, Leibeigenschaft und Gefängnisarbeit
  3. Verbot von Diskriminierung, Belästigung und Misshandlung
  4. Ethisches Wirtschaften
  5. Verbot von Kinderarbeit und Schutz jugendlicher Arbeitnehmer
  6. Fairer Lohn und Sozialleistungen
  7. Faire Arbeitszeit
  8. Maßnahmen zur Gesundheit und Sicherheit
  9. Umweltschutz

Vorwurf: Wie können Schuhe so günstig sein? Keine Transparenz über die Herkunft und Herstellung beim Schuhkauf.

Wie bei fast jedem Produkt ist die Qualität auch eine Frage des Preises. Das gilt selbstverständlich auch bei Schuhen und Lederwaren. Viele deutsche Hersteller machen transparent, wo und wie sie ihre Schuhe herstellen – und nicht wenige davon produzieren komplett in Europa. Manche machen sogar eine Rückverfolgung der Materialien bis zum Tier möglich.

Mehr Beispiele finden Sie hier: #Gehmit nachhaltig und fair produzierten Schuhen

Fazit: Reportage fehlt differenzierter Blickwinkel

Die Reportage rückt das wichtige Thema der Umwelt-, Arbeits- und Lebensumstände in Teilen der Zuliefererländer der Schuh- und Lederwarenhersteller in den Fokus. Schade allerdings, dass ausgerechnet die Hersteller, die heute schon nachhaltig produzieren, mit keinem Wort erwähnt werden.

cads auf der Gallery SHOES & Fashion

In Düsseldorf treffen vom 29. bis zum 31.8 deutsche und internationale Schuhhersteller auf der Messe Gallery SHOES & Fashion zusammen und präsentieren ihre neuen Trends. In diesem Jahr findet die Messe unter dem Leitmotiv „Sustainability“ statt und zeigt auch das große Spektrum nachhaltiger Marken – viele davon aus Deutschland.