Arbeitsgruppen

Um die komplexen Aufgaben von cads strukturiert und zielgerichtet angehen zu können, wurden thematisch unterschiedlich ausgerichtete Arbeitsgruppen gebildet, in denen die cads Mitglieder ihre Interessenschwerpunkte einbringen und aktiv mitwirken können. 

AG 1 – Sicherer Umgang mit Prozesschemikalien

Bei der Herstellung von Schuhmaterialien und Schuhen werden u.a. Lösungsmittel als Prozesschemikalien eingesetzt, die möglicherweise als Rückstände im Material oder Produkt verbleiben. Ziel der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung und Bereitstellung geeigneter Verfahren und Schulungsunterlagen, um einen sicheren Umgang solcher Prozesschemikalien in der Lieferkette zu ermöglichen. Dafür erarbeitet die Arbeitsgruppe geeignete Prüfmethoden und Prüfpläne zur Messung von Lösungsmittelgehalten in der Umgebungsluft sowie in den Produkten.

AG 2 – Chemische Substanzen in fertigen Produkten und unverarbeiteten Materialien

cads setzt sich für die Beschränkung bzw. Vermeidung von unerwünschten chemischen Substanzen in Schuhen und Schuhmaterialien ein.  Dafür kommt die Arbeitsgruppe regelmäßig zusammen, diskutiert aktuelle gesetzliche Anforderungen und überprüft, ob neue SVHC (Substances of very high concern), das heißt besonders besorgniserregende Stoffe, in der Lieferkette Verwendung finden. Die Aktualisierung des gemeinsamen Verzeichnisses chemischer Substanzen erfolgt ebenfalls regelmäßig, jedoch mindestens einmal jährlich, auf Basis der von der Arbeitsgruppe vorgeschlagenen freiwilligen Mindestanforderungen. Die cads Mitglieder haben sich verpflichtet, die Anforderungen durch geeignete Maßnahmen in der Lieferkette umzusetzen sowie die Einhaltung durch regelmäßige Prüfungen zu überwachen. 

AG 3 – Prüfverfahren und Normung

Ziel dieser Arbeitsgruppe ist die Bereitstellung geeigneter Verfahren zum Nachweis der in der Arbeitsgruppe 2 festgelegten Mindestanforderungen. Die Experten der Arbeitsgruppe erarbeiten geeignete Prüfmethoden und sind darüber hinaus in den internationalen Gremien an der Normung dieser Prüfmethoden beteiligt. Es ist bekannt, dass individuelle Methoden der Prüfinstitute nicht immer zu vergleichbaren Ergebnissen führen. Die Prüfergebnisse der chemischen Untersuchungen sind dabei von unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel dem zur Extraktion verwendeten Lösungsmittel, der Dauer der Extraktion sowie der Temperatur. Werden einzelne Parameter verändert, können unterschiedlich hohe Konzentrationen chemischer Stoffe aus den untersuchten Materialien herausgelöst werden. Zur Erprobung und Sicherung der Qualität führen die Beteiligten Prüfinstitute regelmäßig Ringversuche durch. Steht für eine chemische Substanz kein genormtes Verfahren zur Verfügung, stellt cads den beteiligten Prüfinstituten eine detaillierte Beschreibung einer harmonisierten Methode zur Verfügung.  

AG 4 – Leder

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit der Vermeidung der unerwünschten Chrom VI Bildung in Leder und Lederprodukten. 2015 hat cads dazu erstmalig einen Leitfaden für Lederhersteller publiziert. Dieser Leitfaden bildet die Grundlage für die Durchführung entsprechender Schulungen für Mitarbeiter der Lederbranche. Die Experten beraten auch über neue Erkenntnisse zur Chrom VI Vermeidung und beschäftigen sich mit der toxikologischen Bewertung von Chrom VI in Leder.

AG 5 – Nass-Prozesse in Textil und Beschichtung

Die Arbeitsgruppe 5 befasst sich mit der Herstellung von verbraucher- und umweltfreundlichen Polyurethan beschichteten Textilien, die unter Einhaltung der gültigen Arbeits- und Umweltschutzvorschriften gefertigt werden. Insbesondere, aber nicht ausschließlich, soll der Gehalt von verwendeten Lösungsmitteln in den Materialen und Produkten reduziert werden. Die Arbeitsgruppe entwickelt dazu entsprechende Schulungsunterlagen sowie ein Prüf- und Zertifizierungssystem. cads Mitglieder haben damit die Möglichkeit, die Produktionsstätten dieser Materialien nach einem einheitlichen Standard zu überwachen.

AG 6 – Sicherer Umgang und Einsatz von bioziden Wirkstoffen

Die europäische Verordnung über Biozidprodukte regelt das Inverkehrbringen und die Verwendung von bioziden Wirkstoffen, die aufgrund ihrer Aktivität zum Schutz von Mensch, Tier, Material oder Erzeugnissen vor Schadorganismen, wie Schädlingen oder Bakterien, eingesetzt werden. Die Arbeitsgruppe erarbeitet dazu einen Leitfaden über deren Einsatz unter Berücksichtigung der bereits in der EU zugelassenen Wirkstoffe.

AG 7 – cads Compliance System

Für die global tätigen cads Mitglieder und deren Zulieferer ist die Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit von Prüfergebnissen von sehr großer Bedeutung. Dafür wird ein cads Verhaltenskodex für Prüfinstitute, der die einheitliche Umsetzung der cads Anforderungen und Prüfmethoden weltweit sicherstellt, erarbeitet. Die Standorte der Prüfinstitute werden hinsichtlich ihrer Einhaltung des cads Verhaltenskodex regemäßig übergeprüft und in ein Verzeichnis der anerkannten Prüflabore aufgenommen.

AG 8 – Sozial

Ziel der Arbeitsgruppe 8 ist es, die cads Mitglieder dabei zu unterstützen, ihre Unternehmensziele unter Beachtung international geltender  Standards zu erreichen. Auf Basis der Konventionen der International Labour Organisation (ILO) und den UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte wird sich die Arbeitsgruppe mit der Entwicklung und Erstellung eines cads Code of Conduct befassen und Leitlinien zur kontinuierlichen Weiterentwicklung dieses Themenfeldes aufstellen.

Durch die Arbeit der AG8 soll Transparenz hinsichtlich der sozialen Anforderungen in der Lieferkette geschaffen werden. Zudem wird die AG 8 die Mitglieder dabei unterstützen, sich auf ihrem individuellen Umsetzungsniveau weiterentwickeln zu können.